Ratgeber · Kosten je Leistung · Stand 25.10.2026
Manuelle Lymphdrainage Kosten 2026: Zuzahlung und Selbstzahler
Mit Kassenrezept zahlen Erwachsene für Manuelle Lymphdrainage 10 Prozent plus 10 Euro je Verordnung. Die Kasse vergütet 35,97 Euro für 30 Minuten, 53,94 Euro für 45 Minuten und 71,94 Euro für 60 Minuten. Sechs Behandlungen à 45 Minuten kosten Sie rund 42,34 Euro. Ohne Rezept zahlen Sie den Preis der Praxis in voller Höhe.
Hauptratgeber zum Thema Kosten je Leistung: Physiotherapie Preisliste der Krankenkassen 2026: Vergütung je Behandlung
Was kostet Manuelle Lymphdrainage mit Rezept?
Die gesetzliche Krankenkasse vergütet die Manuelle Lymphdrainage (MLD) nach der Therapiezeit. Die Preise stammen aus der Vergütungsvereinbarung nach § 125 SGB V und gelten bundesweit für Behandlungen ab dem 1. Januar 2026. Als Erwachsener tragen Sie nach § 61 SGB V 10 Prozent der Kosten und zusätzlich 10 Euro je Verordnung. Die 10 Euro fallen einmal pro Rezept an.
| Leistung | Therapiezeit | Vergütung der Kasse | Zuzahlung je Behandlung |
|---|---|---|---|
| MLD Teilbehandlung | 30 Minuten | 35,97 Euro | 3,60 Euro |
| MLD Großbehandlung | 45 Minuten | 53,94 Euro | 5,39 Euro |
| MLD Ganzbehandlung | 60 Minuten | 71,94 Euro | 7,19 Euro |
| Kompressionsbandagierung einer Extremität | nach Bedarf | 22,92 Euro | 2,29 Euro |
Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren zahlen keine Zuzahlung. Die Praxis zieht Ihre Zuzahlung ein, quittiert sie und rechnet den Rest mit der Kasse ab.
Beispielrechnung: Sechs Behandlungen
Beispiel (frei gewählt, zur Veranschaulichung): Ein gesetzlich versicherter Erwachsener erhält eine Verordnung über sechs Mal Manuelle Lymphdrainage. Die Zuzahlung ergibt sich aus der Zuzahlung je Behandlung mal sechs plus 10 Euro für die Verordnung.
| Verordnung | Gesamtpreis laut Kassenliste | Ihre Zuzahlung | Zahlung der Kasse |
|---|---|---|---|
| 6 mal MLD 30 Minuten | 215,82 Euro | 31,60 Euro | 184,22 Euro |
| 6 mal MLD 45 Minuten | 323,64 Euro | 42,34 Euro | 281,30 Euro |
| 6 mal MLD 60 Minuten | 431,64 Euro | 53,14 Euro | 378,50 Euro |
| 6 mal MLD 45 Minuten mit Kompressionsbandagierung | 461,16 Euro | 56,08 Euro | 405,08 Euro |
Rechnet die Praxis mit 10 Prozent der Gesamtsumme statt mit den gerundeten Beträgen je Behandlung, kann das Ergebnis um wenige Cent abweichen. Werden in einem Kalenderjahr 2 Prozent der Bruttoeinnahmen an Zuzahlungen erreicht, bei chronisch Kranken 1 Prozent, stellt die Krankenkasse eine Befreiung aus (§ 62 SGB V). Wer regelmäßig behandelt wird, sollte daher alle Zuzahlungsquittungen aufbewahren.
Wer bekommt Lymphdrainage verordnet?
Manuelle Lymphdrainage ist ein verordnungsfähiges Heilmittel bei Lymphabflussstörungen. Der Heilmittelkatalog nennt in der Diagnosegruppe LY Lymphödeme der Stadien I bis III sowie das Lipödem der Stadien I bis III, auch ohne Lymphödem. Ohne passende Diagnose gibt es kein Kassenrezept. Eine Entstauungsmassage aus Wellness-Gründen ist keine Kassenleistung.
Die Höchstmenge liegt laut Katalog bei bis zu 6 Behandlungen je Verordnung, die orientierende Behandlungsmenge bei bis zu 30 Einheiten, die Frequenzempfehlung bei einer bis drei Behandlungen pro Woche. Die Menge richtet sich nach dem medizinischen Erfordernis im Einzelfall. Nicht bei jeder Erkrankung muss die Höchstmenge ausgeschöpft werden.
Die Therapiezeit richtet sich nach Stadium und Zahl der zu behandelnden Körperteile. Nach der Heilmittel-Richtlinie sind 30 Minuten vorgesehen, zum Beispiel bei Stadium I für ein oder zwei Körperteile. 45 Minuten kommen etwa bei Stadium II für ein bis zwei Körperteile infrage. 60 Minuten sind etwa für Stadium II bei zwei Körperteilen oder Stadium III vorgesehen. Grundsätzlich entscheidet die verordnende Person über die Therapiezeit. Fehlt die Angabe, ist das Stadium als ICD-10-Code anzugeben, und die Therapeutin oder der Therapeut entscheidet befundabhängig. Bei neu auftretenden Schwellungen klärt zuerst eine Ärztin oder ein Arzt die Ursache ab.
Kompressionsbandagierung und Material
Die Kompression gehört zur Entstauung dazu. Die Heilmittel-Richtlinie beschreibt, dass sie je nach Behandlungsphase als lymphologischer Kompressionsverband oder als maßgefertigte Flachstrickbestrumpfung erfolgen kann. Wird eine Kompressionsbandagierung in der Entstauungsphase benötigt, erfolgt sie im direkten Anschluss an die Lymphdrainage und wird mit 22,92 Euro vergütet.
- Die benötigten Kompressionsbinden sind als Verbandmittel gesondert zu verordnen, sofern keine Hilfsmittel zur Kompressionstherapie vorhanden sind.
- Hilfe beim An- und Ausziehen eines Hilfsmittels wie der Flachstrickbestrumpfung ist nicht Inhalt der verordnungsfähigen Kompressionsbandagierung.
- Der Einsatz von Apparaten zur Kompressionstherapie ist nicht Bestandteil der Manuellen Lymphdrainage.
- Für Strümpfe und Verbandmittel gelten eigene Verordnungs- und Zuzahlungsregeln.
Fragen Sie in der Praxis, ob Binden bereitgestellt oder verordnet werden müssen. Das spart Rückfragen beim Arzt.
Lymphdrainage als Selbstzahler
Ohne Verordnung gelten die Kassenpreise nicht. Die Praxis legt ihren Preis fest, meist nach Behandlungsdauer. Eine Gebührenordnung für Selbstzahler gibt es nicht. Verlässliche Durchschnittspreise für Deutschland lassen sich daher nicht angeben. Lassen Sie sich Preis und Dauer vor dem Termin nennen.
Als Orientierung für die Größenordnung dienen die Beihilfe-Höchstbeträge des Bundes für ärztlich verordnete Lymphdrainage. Seit dem 1. Februar 2026 erkennt der Bund 36,00 Euro für 30 Minuten, 54,00 Euro für 45 Minuten und 72,00 Euro für 60 Minuten an, für die Kompressionsbandagierung einer Extremität 23,00 Euro. Rechnungen darüber hinaus tragen Beihilfeberechtigte ohne ergänzende Absicherung selbst.
- Heilbehandlungen sind nach § 4 Nr. 14 UStG in der Regel umsatzsteuerfrei. Bei Wellnessangeboten kann es anders sein.
- Für die Steuererklärung braucht es nach § 64 EStDV eine vor Behandlungsbeginn ausgestellte Verordnung.
- Bei Privatversicherten hängt die Erstattung vom Tarif ab. Fragen Sie vorab nach.
Hinweise für Praxen und Weiterbildungsinteressierte
Die Manuelle Lymphdrainage ist in der Heilmittel-Richtlinie mit einem Sternchen gekennzeichnet. Das bedeutet: Für die Durchführung ist eine zusätzliche, abgeschlossene Weiter- oder Fortbildung erforderlich. Wer MLD abrechnen möchte, braucht diesen Nachweis. Für Praxen ist das eine Frage der Personalplanung. Für Therapeutinnen und Therapeuten erweitert die Qualifikation das abrechenbare Leistungsspektrum.
Bei der Abrechnung sind drei Punkte zentral. Erstens muss die Therapiezeit zur Verordnung passen: Steht nur MLD ohne Zeit auf dem Rezept, braucht es das Stadium als ICD-10-Code, und die Therapiezeit wird befundabhängig bestimmt. Zweitens sind die Positionen MLD-30, MLD-45 und MLD-60 unterschiedlich vergütet, die Dokumentation muss die tatsächliche Behandlung nachweisen. Drittens darf nur abgerechnet werden, was verordnet und erbracht wurde.
Für Selbstzahlerangebote empfiehlt es sich, Dauer und Preis in der Preisliste klar auszuweisen, damit Patientinnen und Patienten keine unerwarteten Rechnungen erhalten.
Vom Rezept zur ersten Einheit
Diese Reihenfolge gilt für gesetzlich Versicherte mit einer regulären Heilmittelverordnung.
- AusstellungÄrztin oder Arzt trägt Diagnose, Heilmittel, Menge und Frequenz ein.
- Termin suchenPraxis frei wählen, Heilmittel und Anzahl nennen, Weiterbildung erfragen, falls nötig.
- BeginnDie erste Behandlung liegt innerhalb von 28 Kalendertagen, bei dringlichem Bedarf innerhalb von 14.
- Erste EinheitVerordnung abgeben, Zuzahlung leisten, Beschwerden und Ziele besprechen.
- Laufende SeriePausen über 14 Kalendertage brauchen einen dokumentierten Grund, sonst verfällt der Rest.
Fristen nach der Heilmittel-Richtlinie des G-BA. Einzelfälle klärt die Praxis mit Ihnen.
Häufige Fragen
Was kostet Lymphdrainage mit Rezept?
Die Kasse vergütet 35,97 Euro für 30 Minuten, 53,94 Euro für 45 Minuten und 71,94 Euro für 60 Minuten. Erwachsene zahlen davon 10 Prozent plus 10 Euro je Verordnung. Bei sechs Behandlungen à 45 Minuten sind das rund 42,34 Euro.
Was kostet Lymphdrainage als Selbstzahler?
Das legt die Praxis fest, es gibt keine einheitliche Gebührenordnung. Fragen Sie nach Preis und Dauer. Als Größenordnung erkennt die Bundesbeihilfe für ärztlich verordnete Behandlungen bis zu 36,00, 54,00 und 72,00 Euro an.
Zahlt die Krankenkasse Lymphdrainage ohne Diagnose?
Nein. Die Kasse übernimmt Lymphdrainage nur auf ärztliche Verordnung bei einer passenden Diagnose, zum Beispiel einem Lymph- oder Lipödem. Entstauende Wellnessbehandlungen sind keine Kassenleistung.
Wie viele Lymphdrainagen kann der Arzt verordnen?
Der Heilmittelkatalog nennt für Lymphabflussstörungen bis zu 6 Behandlungen je Verordnung und eine orientierende Gesamtmenge von bis zu 30 Einheiten. Die Ärztin oder der Arzt entscheidet nach dem Einzelfall.
Muss ich Kompressionsbinden selbst bezahlen?
Binden für die Kompressionsbandagierung sind als Verbandmittel gesondert zu verordnen, sofern keine Hilfsmittel vorhanden sind. Dafür gelten eigene Zuzahlungsregeln, die Ihre Krankenkasse nennen kann.
Zahlen Kinder Zuzahlung bei Lymphdrainage?
Nein. Versicherte unter 18 Jahren sind von der Zuzahlung zu Heilmitteln befreit, die Kasse trägt den vollen Preis.
Quellen
- GKV-Spitzenverband: Vergütungsvereinbarung Physiotherapie (Anlage 2 zu § 125 SGB V), gültig ab 01.01.2026
- G-BA: Heilmittel-Richtlinie, Fassung in Kraft seit 5. August 2025
- G-BA: Heilmittelkatalog (Gruppe LY)
- § 32 SGB V Heilmittel
- § 61 SGB V Zuzahlungen
- § 62 SGB V Belastungsgrenze
- Bundesverwaltungsamt: Merkblatt Beihilfe Heilmittel (Stand September 2026)
- PKV-Serviceportal: Heilmittel für Privatversicherte
- UStG § 4 Steuerbefreiungen
- EStDV § 64 Nachweis von Krankheitskosten
Zuletzt geprüft am 25.10.2026. Rechtliche und finanzielle Angaben können sich ändern.
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