Ratgeber · Karriere in der Physiotherapie · Stand 25.10.2026

Physiotherapeut Gehalt nach Bundesland: Zahlen aus dem Entgeltatlas

Das mittlere Bruttoentgelt von Physiotherapeuten in Vollzeit liegt bundesweit bei 3.452 Euro im Monat (Median, Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit, Datenstand 2025). Berlin führt mit 3.848 Euro, gefolgt von Hamburg mit 3.708 Euro. Am unteren Ende liegt Thüringen mit 3.096 Euro. Für Bremen weist der Atlas keine Daten aus.

Wie viel verdienen Physiotherapeuten in den Bundesländern?

Die Bundesagentur für Arbeit wertet für den Entgeltatlas die Meldungen der Arbeitgeber zur Sozialversicherung aus. Für den Beruf Physiotherapeut/in weist der Atlas ein bundesweites Medianentgelt von 3.452 Euro brutto im Monat aus. Median bedeutet: Die eine Hälfte der Vollzeitbeschäftigten verdient mehr, die andere weniger. Die folgende Tabelle zeigt alle Bundesländer, für die der Atlas Werte ausweist, und den Abstand zum Bundeswert.

BundeslandMedian brutto je MonatAbstand zum Bundeswert
Berlin3.848 Europlus 396 Euro
Hamburg3.708 Europlus 256 Euro
Baden-Württemberg3.521 Europlus 69 Euro
Hessen3.500 Europlus 48 Euro
Nordrhein-Westfalen3.498 Europlus 46 Euro
Bayern3.489 Europlus 37 Euro
Schleswig-Holstein3.461 Europlus 9 Euro
Rheinland-Pfalz3.442 Eurominus 10 Euro
Brandenburg3.433 Eurominus 19 Euro
Niedersachsen3.373 Eurominus 79 Euro
Saarland3.371 Eurominus 81 Euro
Mecklenburg-Vorpommern3.243 Eurominus 209 Euro
Sachsen-Anhalt3.204 Eurominus 248 Euro
Sachsen3.100 Eurominus 352 Euro
Thüringen3.096 Eurominus 356 Euro

Für Bremen verzeichnet der Atlas keine Daten, weil zu wenige Meldungen vorliegen. Zwischen Berlin und Thüringen liegen 752 Euro im Monat. Die Länder im Westen und Süden liegen eng beieinander: Von Baden-Württemberg bis Rheinland-Pfalz trennen sie nur 79 Euro. Die niedrigsten Werte zeigen die ostdeutschen Länder außer Berlin und Brandenburg. Den genauen Wert Ihres Landes sehen Sie, wenn Sie im Entgeltatlas den Beruf und das Bundesland auswählen.

Was sagt der Median im Entgeltatlas aus und was nicht?

Der Median ist robuster als ein Durchschnitt, weil einzelne sehr hohe oder sehr niedrige Gehälter ihn kaum verschieben. Der Atlas nennt zusätzlich die Quartile: Ein Viertel der Vollzeitbeschäftigten verdient bundesweit weniger als 2.928 Euro, ein Viertel mehr als 4.062 Euro. Die Spanne zwischen beiden Werten beträgt 1.134 Euro. Das ist mehr als die Spanne zwischen dem höchsten und dem niedrigsten Länderwert (752 Euro). Wo Sie innerhalb Ihres Landes landen, hängt damit stärker von Arbeitgeber, Erfahrung und Qualifikation ab als vom Wohnort allein.

Drei Einschränkungen sollten Sie kennen:

  • Der Wert gilt für Vollzeit. Teilzeitgehälter sind nicht enthalten, obwohl in Praxen viele Teams überwiegend in Teilzeit arbeiten.
  • Der Atlas fasst den Beruf in der Berufsgattung „Berufe in der Physiotherapie, komplexe Spezialistentätigkeiten“ zusammen. Dazu zählen auch Lymphdrainage- und Ödemtherapeuten, Bobath- und Vojta-Therapeuten, Sportphysiotherapeuten und Chiropraktiker. Wer ohne Zusatzqualifikation einsteigt, sollte eher mit dem unteren Bereich rechnen.
  • Der Atlas trennt nicht nach Tarifbindung. Gehälter nach Tarifvertrag und frei verhandelte Gehälter stehen im selben Median.

Der Atlas weist außerdem einen Unterschied nach Geschlecht aus: Frauen kommen bundesweit auf einen Median von 3.316 Euro, Männer auf 3.648 Euro. Die Gründe nennt die Statistik nicht, Sie sollten den Wert deshalb als Hinweis auf unterschiedliche Verteilungen verstehen und nicht als Erklärung.

Wie sieht der Vergleich in großen Städten aus?

Neben den Ländern zeigt der Entgeltatlas Werte für Städte ab 500.000 Einwohnern. Sie liegen teils deutlich über den Landeswerten.

StadtMedian brutto je MonatAbstand zum Bundeswert
München3.876 Europlus 424 Euro
Düsseldorf3.685 Europlus 233 Euro
Köln3.606 Europlus 154 Euro
Dortmund3.601 Europlus 149 Euro
Essen3.479 Europlus 27 Euro

Für Dresden, Frankfurt am Main, Hannover, Leipzig, Nürnberg und Stuttgart verzeichnet der Atlas keine Daten, weil zu wenige Meldungen vorliegen. Ein höheres Gehalt in einer Großstadt sagt nichts über Ihre Kaufkraft aus. Miete und Lebenshaltungskosten sind dort in der Regel höher, deshalb lohnt sich ein Vergleich erst nach Abzug Ihrer Fixkosten.

Warum nennen Gehaltsportale andere Zahlen?

Portale mit Selbstauskünften beruhen auf freiwilligen Angaben. Wer sein Gehalt dort einträgt, bildet keine Zufallsstichprobe. Der Entgeltatlas wertet dagegen die Pflichtmeldungen aller sozialversicherungspflichtig Beschäftigten aus. Bei Abweichungen gilt die amtliche Statistik als belastbarere Grundlage. Der Lohnspiegel des WSI nennt für Physiotherapeuten ein mittleres Einstiegsgehalt von 3.000 Euro und nach 20 Berufsjahren rund 3.440 Euro brutto im Monat. Die Werte beziehen sich auf eine Vollzeitstelle mit 38 Wochenstunden und enthalten keine Sonderzahlungen wie Urlaubs- oder Weihnachtsgeld. Der Lohnspiegel beruht auf Angaben von 4.337 Befragten, den Erhebungszeitraum nennt die Seite nicht. Das ist eine andere Erhebung mit eigener Methodik und deshalb nur bedingt mit dem Atlas vergleichbar.

Prüfen Sie bei jeder Zahl, ob sie brutto oder netto, Voll- oder Teilzeit, Stundenlohn oder Monatsgehalt meint und welches Erhebungsjahr gilt. Ein Stundenlohn von 22 Euro ergibt bei 38 Wochenstunden rechnerisch rund 3.623 Euro im Monat. Diese Umrechnung ist ein einfaches Rechenbeispiel und ersetzt kein Angebot.

Was beeinflusst Ihr Gehalt neben dem Bundesland?

Das Land erklärt nur einen kleinen Teil der Unterschiede. Wichtiger sind diese Faktoren:

  • Arbeitgeber und Tarif: Kommunale Kliniken, Universitätskliniken und andere tarifgebundene Träger zahlen nach festen Entgeltgruppen. Praxen ohne Tarifbindung vereinbaren das Gehalt frei.
  • Zusatzqualifikationen: Für Leistungen wie Manuelle Lymphdrainage, Manuelle Therapie oder gerätegestützte Krankengymnastik brauchen Therapeuten eine Weiterbildung und eine Abrechnungserlaubnis. Praxen können diese Leistungen dann mit den Krankenkassen abrechnen. Das spricht in Verhandlungen für Sie.
  • Berufserfahrung: Tarifverträge sehen Stufen nach Erfahrungsjahren vor.
  • Arbeitszeit und Zuschläge: Wochenend-, Spät- und Hausbesuchszeiten werden je nach Vertrag unterschiedlich vergütet.

Der Referentenentwurf zur Reform der Physiotherapieberufe vom Oktober 2026 sieht vor, die Kompetenzen der heutigen Zertifikatspositionen in die Ausbildung zu übernehmen. Das Gesetz soll nach dem Entwurf zum 1. Januar 2028 in Kraft treten. Wie sich das auf Gehälter auswirkt, lässt sich heute nicht sagen.

So ordnen Sie ein Gehaltsangebot ein

  1. Öffnen Sie den Entgeltatlas und wählen Sie Beruf „Physiotherapeut/in“ und Ihr Bundesland.
  2. Rechnen Sie Ihr Angebot auf einen Monatswert in Vollzeit um, brutto und ohne Sonderzahlungen.
  3. Vergleichen Sie mit Median und Quartilen. Liegt das Angebot unter dem unteren Quartil von 2.928 Euro, sollten Sie nach den Gründen fragen.
  4. Listen Sie Ihre Qualifikationen auf, etwa Weiterbildungen mit Abrechnungserlaubnis, und nennen Sie diese im Gespräch.
  5. Fragen Sie nach Tarifbindung, Fortbildungsbudget, Urlaub und Zuschlägen. Sie gehören zum Gesamtpaket.

Für Patienten ist das Thema nur indirekt relevant: Die Vergütung der Praxen für Kassenleistungen ist vertraglich geregelt, Ihre Zuzahlung hängt nicht vom Gehalt der Therapeuten ab.

Häufige Fragen

Wie viel verdient ein Physiotherapeut im Monat?

Laut Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit (Datenstand 2025) liegt das mittlere Bruttoentgelt in Vollzeit bei 3.452 Euro. Ein Viertel der Beschäftigten verdient weniger als 2.928 Euro, ein Viertel mehr als 4.062 Euro.

In welchem Bundesland verdienen Physiotherapeuten am meisten?

Unter den im Entgeltatlas ausgewiesenen Ländern führt Berlin mit 3.848 Euro, gefolgt von Hamburg mit 3.708 Euro und Baden-Württemberg mit 3.521 Euro. Am niedrigsten liegt Thüringen mit 3.096 Euro. Für Bremen gibt es keine Daten.

Ist das Physiotherapeut Gehalt in Bayern höher als in NRW?

Im Entgeltatlas liegt Nordrhein-Westfalen mit 3.498 Euro knapp vor Bayern mit 3.489 Euro. Der Unterschied von 9 Euro ist im Alltag kaum relevant, Arbeitgeber und Qualifikation wirken stärker.

Gilt der Entgeltatlas auch für Teilzeit?

Nein. Die Werte beziehen sich auf sozialversicherungspflichtig Beschäftigte in Vollzeit. Für Teilzeit müssen Sie das Gehalt anteilig umrechnen.

Warum weichen Gehaltsportale vom Entgeltatlas ab?

Portale beruhen auf freiwilligen Selbstauskünften, der Entgeltatlas auf den Pflichtmeldungen der Arbeitgeber zur Sozialversicherung. Auch Erhebungsjahr und Berufsabgrenzung können sich unterscheiden.

Quellen

Zuletzt geprüft am 25.10.2026. Rechtliche und finanzielle Angaben können sich ändern.