Ratgeber · Karriere in der Physiotherapie · Stand 25.10.2026

Physiotherapeut Gehalt: Was Sie nach Tarif, Region und Praxisform verdienen

Das Gehalt von Physiotherapeuten hängt vor allem von Tarifbindung, Arbeitgeber und Region ab. Bei tarifgebundenen Arbeitgebern gilt der TVöD, für die dreijährige Ausbildung nennt der Berufsverband meist die Entgeltgruppen E5 bis E8. In Praxen ohne Tarifbindung wird das Gehalt frei vereinbart. Verlässliche Zahlen für Ihre Region liefert der Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit.

Wie viel verdient ein Physiotherapeut?

Eine einzelne Zahl gibt es nicht, weil Arbeitgeber, Bundesland, Berufserfahrung, Zusatzqualifikation und Arbeitszeit das Gehalt bestimmen. Als amtliche Quelle für Medianentgelte nach Beruf und Region dient der Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit. Er wertet Meldungen der Arbeitgeber zur Sozialversicherung aus und zeigt Monatsbruttoentgelte nach Region, Alter und Anforderungsniveau.

Werte aus anderen Quellen können abweichen, etwa wegen einer anderen Erhebung. Vergleichen Sie deshalb immer mindestens zwei Quellen und achten Sie darauf, ob Voll- oder Teilzeit und brutto oder netto gemeint sind. Aktuelle Medianwerte für Ihr Bundesland rufen Sie im Entgeltatlas direkt ab, die dort genannten Zahlen werden regelmäßig aktualisiert.

Gehalt nach Tarif: TVöD und Entgeltgruppen

Bei tarifgebundenen Arbeitgebern, etwa kommunalen Kliniken und Einrichtungen des öffentlichen Dienstes, gilt der TVöD. Nach Angaben von Physio-Deutschland werden Physiotherapeutinnen und Physiotherapeuten mit dreijähriger Ausbildung in der Regel in die Entgeltgruppen E5 bis E8 eingruppiert. Für ein Fachhochschulstudium nennt der Verband die Entgeltgruppen E9 bis E12, für ein Universitätsstudium E13 bis E15.

Innerhalb einer Entgeltgruppe steigt das Gehalt mit Erfahrungsstufen. Die genauen Eurobeträge stehen in der jeweils gültigen Entgelttabelle des Tarifvertrags, die Sie beim Arbeitgeber oder bei der Gewerkschaft einsehen können. Außerdem kommen oft Zulagen, Jahressonderzahlung und eine betriebliche Altersvorsorge hinzu.

Die Eingruppierung richtet sich nach den Tätigkeitsmerkmalen. Ein Studium führt nach Angaben des Verbands nicht automatisch zu höherer Bezahlung, wenn Sie in der gleichen Position behandeln wie bisher.

TVöD-VKA 2026: Beträge für die Entgeltgruppen E5 bis E8

Die folgende Tabelle zeigt die Bruttomonatsbeträge bei Vollzeit aus der Entgelttabelle des TVöD für den kommunalen Bereich (VKA), gültig vom 1. Mai 2026 bis 31. März 2027. Sie gilt nur, wenn Ihr Arbeitgeber tarifgebunden ist oder den TVöD im Arbeitsvertrag anwendet. Es handelt sich nicht um ein Durchschnittsgehalt, und für Praxen ohne Tarifbindung sagt sie nichts aus.

EntgeltgruppeStufe 1 (Einstieg)Stufe 6 (nach 15 Jahren)
E53.124,08 Euro3.783,33 Euro
E63.240,30 Euro3.926,20 Euro
E73.294,98 Euro4.045,24 Euro
E83.486,40 Euro4.230,97 Euro

Die Stufen richten sich nach der regelmäßig erforderlichen Berufserfahrung: Stufe 2 nach einem Jahr, Stufe 3 nach drei, Stufe 4 nach sechs, Stufe 5 nach zehn und Stufe 6 nach 15 Jahren (§§ 16, 17 TVöD). Einschlägige oder förderliche Berufserfahrung kann bei der Einstellung angerechnet werden. In welche Gruppe eine Stelle fällt, bestimmen die Tätigkeitsmerkmale, nicht Ihr Wunsch. Fragen Sie bei der Bewerbung nach der Entgeltgruppe im Stellenangebot.

Teilzeit und Jahressonderzahlung

In Teilzeit wird der Vollzeitwert anteilig berechnet: Vollzeitwert mal Wochenstunden geteilt durch 39. Rechenbeispiel: E7, Stufe 1, 30 Wochenstunden ergibt 3.294,98 × 30 / 39 = 2.534,60 Euro brutto im Monat. Beschäftigte, die am 1. Dezember im Arbeitsverhältnis stehen, erhalten eine Jahressonderzahlung von 85 Prozent des durchschnittlichen Monatsentgelts der Referenzmonate, in der Regel Juli bis September (§ 20 TVöD). Bei E5, Stufe 1 entspricht das rechnerisch rund 2.655 Euro brutto (3.124,08 × 0,85). Zuschläge für Überstunden, Nacht-, Sonn- und Feiertagsarbeit kommen nach §§ 8 und 19 TVöD hinzu.

Beachten Sie, dass für Beschäftigte der Länder der TV-L und für den Bund eigene Tabellen gelten. Die Beträge oben sind Rechenwerte für den VKA-Bereich und keine Aussage über Ihren Einzelfall. Lassen Sie sich die Eingruppierung vom Arbeitgeber schriftlich bestätigen.

Gehalt nach Praxisform und Arbeitsfeld

Ohne Tarifbindung vereinbaren Arbeitgeber und Beschäftigte die Vergütung frei. Der TVöD kann als Orientierung dienen. Typische Unterschiede:

ArbeitsfeldVergütungsmodellWorauf Sie achten sollten
Kommunale Klinik, öffentlicher DienstTVöD mit Entgeltgruppe und StufenEingruppierung, Zulagen, Schichtzuschläge
Private Klinik oder Reha-KetteHaustarif oder individuellTarifbindung, Wochenarbeitszeit, Zuschläge
Praxis ohne TarifFestgehalt, oft mit ZuschlägenBehandlungszeit, Zuschläge für Zusatzqualifikationen, Fahrtkosten
Praxis mit UmsatzbeteiligungGrundgehalt plus AnteilBemessungsgrundlage, Ausfallzeiten, Stornoregelung
SelbstständigGewinn der PraxisBetriebsausgaben, Auslastung, Vorsorge

Bei Selbstständigen ist das Einkommen schwer vergleichbar, weil Mieten, Personal, Versicherungen und Auslastung den Gewinn bestimmen. Mehr dazu im Artikel zur Praxisgründung.

Unterschiede nach Bundesland und Region

Die Entgelte unterscheiden sich zwischen den Bundesländern und Regionen. Genaue Medianwerte je Bundesland und Kreis finden Sie im Entgeltatlas, indem Sie Beruf und Region auswählen.

Prüfen Sie bei einem Stellenangebot, ob der Arbeitsort in einer Region mit Fachkräftemangel liegt. Dann kann mehr Verhandlungsspielraum bestehen, etwa bei Gehalt, Fortbildungsbudget oder Arbeitszeit.

Welche Zusatzqualifikationen erhöhen das Gehalt?

Zertifikatspositionen wie Manuelle Therapie oder Manuelle Lymphdrainage erlauben der Praxis, höher vergütete Leistungen abzurechnen. Das kann die Verhandlungsbasis verbessern. Praxen stellen laut Physio-Deutschland häufig Berufserfahrene mit Zusatzqualifikationen ein, Berufsanfänger gelten als günstiger und werden bedarfsgerecht weitergebildet.

Ob ein Arbeitgeber die Fortbildung bezahlt oder das Gehalt anhebt, ist Verhandlungssache und nicht gesetzlich vorgeschrieben. Lassen Sie sich Zusagen schriftlich geben. Die Details zu Dauer und Kosten stehen im Artikel zu Fortbildungen.

So verhandeln Sie Ihr Gehalt

  • Informieren Sie sich vorab im Entgeltatlas und in der TVöD-Entgelttabelle über Vergleichswerte.
  • Nennen Sie Ihre Qualifikationen, Zertifikate und Erfahrung konkret.
  • Fragen Sie nach Zusatzleistungen: Fortbildungsbudget, Fahrtkostenzuschuss, Urlaubstage, Arbeitszeitmodell.
  • Klären Sie, wie Ausfallzeiten bei Patientenabsagen geregelt sind.
  • Lassen Sie alle Vereinbarungen im Arbeitsvertrag festhalten.

Hinweis: Dieser Beitrag gibt keine arbeits- oder steuerrechtliche Beratung im Einzelfall. Bei Fragen wenden Sie sich an Gewerkschaft, Berufsverband oder Steuerberater.

Welche Zuschläge und Nebenleistungen gibt es?

Neben dem Grundgehalt zählen Zuschläge für Nacht-, Wochenend- und Feiertagsarbeit, Jahressonderzahlung, Altersvorsorge, Fortbildungsbudget, Dienstfahrrad oder Zuschuss zum Nahverkehrsticket. Im öffentlichen Dienst sind viele Leistungen im Tarifvertrag festgeschrieben. In Praxen werden sie einzeln im Arbeitsvertrag vereinbart. Rechnen Sie beim Vergleich zweier Angebote die gesamte Vergütung hoch, nicht nur das Monatsgehalt.

Fragen Sie auch nach der Wochenarbeitszeit. Ein höheres Gehalt bei 40 Stunden kann je Stunde weniger sein als ein niedrigeres Gehalt bei 35 Stunden.

Wie entwickelt sich das Gehalt im Berufsleben?

Im Tarifbereich steigt das Entgelt mit Erfahrungsstufen innerhalb einer Entgeltgruppe. Ein Wechsel in eine höhere Gruppe setzt veränderte Tätigkeitsmerkmale voraus, denn die Eingruppierung richtet sich laut Physio-Deutschland nach den Tätigkeitsmerkmalen. In Praxen entwickelt sich das Gehalt über Verhandlung, Zusatzqualifikationen und Verantwortung. Typische Hebel sind Teamleitung, Praxisleitung, Lehrtätigkeit an einer Schule, Spezialisierung und Wechsel in Bereiche mit Fachkräftemangel.

Wie vergleiche ich zwei Stellenangebote richtig?

Rechnen Sie beide Angebote auf Jahresbasis um: Grundgehalt, Zuschläge, Sonderzahlung, Urlaubstage, Fortbildungsbudget und Arbeitszeit. Teilen Sie das Jahresgehalt durch die jährlichen Arbeitsstunden, dann sehen Sie den Stundenwert. Berücksichtigen Sie Anfahrtszeit und Fahrtkosten, denn ein längerer Arbeitsweg kann einen Gehaltsvorsprung aufzehren. Klären Sie außerdem, ob eine Probezeit mit abweichender Vergütung gilt.

Häufige Fragen

Wie viel verdient ein Physiotherapeut im Monat?

Das hängt von Arbeitgeber, Tarif, Region und Erfahrung ab. Die aktuellen Medianwerte nach Region liefert der Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit. Im öffentlichen Dienst gilt der TVöD, meist mit den Entgeltgruppen E5 bis E8.

Welche Entgeltgruppe gilt für Physiotherapeuten im TVöD?

Nach Angaben von Physio-Deutschland in der Regel E5 bis E8 bei dreijähriger Ausbildung. Mit Fachhochschulstudium sind E9 bis E12, mit Universitätsstudium E13 bis E15 möglich. Die Eingruppierung richtet sich nach den Tätigkeitsmerkmalen.

Verdient man mit einem Studium mehr als mit der Ausbildung?

Nicht automatisch. Der Lohn richtet sich laut Berufsverband nach den Tätigkeitsmerkmalen. Ein Studium kann aber den Weg zu Leitung, Lehre und Beratung öffnen, die höher eingruppiert sein können.

Verdienen Physiotherapeuten in Kliniken mehr als in Praxen?

Das lässt sich nicht pauschal sagen. Tarifgebundene Arbeitgeber zahlen nach TVöD, Praxen ohne Tarifbindung vereinbaren frei. Vergleichen Sie Gesamtpakete aus Gehalt, Arbeitszeit, Zuschlägen und Fortbildung.

Wie hoch ist das Gehalt als selbstständiger Physiotherapeut?

Es hängt vom Gewinn der Praxis ab, also von Auslastung, Miete, Personalkosten und Vergütungssätzen. Eine allgemeine Zahl ist nicht belastbar. Besprechen Sie Ihre Planung mit einem Steuerberater.

Wo finde ich aktuelle Gehaltsdaten für meine Region?

Im Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit unter Beruf und Region. Ergänzend helfen Tarifverträge und Stellenanzeigen in Ihrer Umgebung.

Wie hoch ist das Einstiegsgehalt nach TVöD für Physiotherapeuten?

Das hängt von der Entgeltgruppe ab. In der Entgelttabelle TVöD-VKA ab 1. Mai 2026 liegt Stufe 1 bei E5 bei 3.124,08 Euro, bei E8 bei 3.486,40 Euro brutto im Monat bei Vollzeit. Die Eingruppierung bestimmen die Tätigkeitsmerkmale.

Quellen

Zuletzt geprüft am 25.10.2026. Rechtliche und finanzielle Angaben können sich ändern.